Halbzeit! Nein, natürlich nicht beim Fußball, sondern bei deiner Schwangerschaft! Vor ca. 18 Wochen fand die Befruchtung statt und nun liegen nur noch 20 Wochen vor dir, bis der große, bewegende Moment, die Geburt deines ungeborenen Kindes, eintritt! 20 SSW (Schwangerschaftswoche)

Die 20. Schwangerschaftswoche

Du, dein Partner und dein gesamtes soziales Umfeld fiebern der Geburt entgegen. Fragen wie „Wird es ein Mädchen oder ein Junge?“ oder „Sieht das Baby dann wohl eher aus wie die Mama oder wie der Papa?“ werden nun immer häufiger gestellt und machen dich wahrscheinlich noch nervöser, da du auch keine sicheren Antworten darauf hast.

Eventuell gehörst du zu den gesegneten Schwangeren, die bereits das Geschlecht des Ungeborenen in der 20. SSW kennen, weil bereits auf dem letzten Ultraschall ein oder eben kein kleines Zipfelchen zu sehen war.

Wenn sich dein Baby allerdings bei jeder Ultraschalluntersuchung so bewegt und zusammengerollt hat, dass du die Antwort auf die Frage aller Fragen immer noch nicht weißt, dann sei unbesorgt – viele Schwangere erfahren es erst kurz vor oder während der Entbindung.

Die Frage nach der Ähnlichkeit nach Mama oder Papa lässt sich allerdings bei den meisten Frauen erst bei der Geburt bzw. danach beurteilen – und auch dann liegen die Meinungen oft weit auseinander. Lass dich am besten einfach von der Entwicklung deines noch ungeborenen Kindes in den nächsten Jahren überraschen, denn meistens schauen Kinder je nach Alter mal der Mutter und mal dem Vater ähnlicher.

So wird also auch bei deinem Nachwuchs sowohl ein bisschen die Mama als auch ein bisschen der Papa in dem äußeren Erscheinungsbild, aber auch im Charakter durchschimmern.

Veränderungen des Körpers ab der 20. SSW

Inzwischen ist bei fast wirklich jeder Frau das Bäuchlein zu sehen, was gerne mit Stolz präsentiert werden darf. Ein gelegentlich harter Bauch in der 20. SSW oder ein Druck im Unterleib sind nach wie vor kein Grund zur Sorge, denn deine Gebärmutter wächst mit deinem ungeborenen Baby mit und lässt deinen Bauch härter werden.

Deshalb kann es sein, dass du gelegentlich noch Bauchschmerzen bzw. Unterleibsschmerzen in der 20. SSW verspürst. Wenn die Schmerzen stärker werden, kann es sich um sogenannte Übungswehen handeln, die zwar normal sind, aber bei übermäßigen und äußerst schmerzhaften Auftreten unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden sollten.

Auch die Brüste sind nun größer und dementsprechend schwerer, weshalb es nun an der Zeit ist, dir bequeme Umstands-BHs mit breiten Trägern und mehreren verstellbaren Verschlüssen zu besorgen. Dadurch können eventuell auftretende Rückenschmerzen gemildert und das Bindegewebe entlastet werden.

Durch Wassereinlagerungen und deinen stets wachsenden Bauch hast du womöglich auch etwas an Gewicht in der 20. SSW zugelegt, welches du aber höchstwahrscheinlich in den Monaten nach der Geburt wieder verlieren wirst.

Veränderungen des Babys ab der 20. SSW

Dein ungeborenes Baby ist inzwischen vom Scheitel bis zur Ferse ca. 25 cm groß und hat ein Gewicht von etwa 300 g. Neben dieser körperlichen Entwicklung findet auch eine motorische Entwicklung des Ungeborenen in deinem Bauch statt.

Das Kind beginnt zu turnen, mit der Nabelschnur zu spielen und mit den Beinen zu strampeln. All diese Aktivitäten des kleinen Kindes in deinem Bauch kannst du als Tritte und Kniffe von innen direkt wahrnehmen und andere Menschen wie dein Partner oder die Geschwisterkinder des noch Ungeborenen ebenso, wenn sie ihre Hände auf deinen Bauch legen und ein wenig Geduld mitbringen.

Das Baby ist deshalb so rege aktiv, weil es die Bewegungen für den Weg, den es nach der Geburt instinktiv vom Bauch der Mutter zur mütterlichen Brust hochkrabbeln würde, trainiert. Aufgrund der Beweglichkeit des Babys erhöht sich die Chance, dass du, wenn du es denn noch nicht weißt, auch endlich das Geschlecht deines Kindes erfährst.

Nicht nur diese Kindsbewegungen in der 20. SSW, die du aus deinem Schwangerschaftsbauch wahrnimmst, versetzen dich in Freude, sondern sicherlich werden dich auch die Bilder des Ultraschalls entzücken. Denn darauf kannst du nun mit hoher Wahrscheinlichkeit erkennen, wie dein Nachwuchs genüsslich am Daumen nuckelt.

Falls du weder das Geschlecht noch ein niedliches Daumennuckeln auf dem Ultraschall, der im Rahmen der zweiten Vorsorgeuntersuchung zwischen der 19. und 22. SSW durchgeführt wird, dann sei nicht enttäuscht – das kommt auch bei anderen Schwangeren vor und ist unabhängig davon, in welchem Schwangerschaftsmonat du bist.

Jede Schwangerschaft verläuft individuell und deshalb sollten sich Schwangere miteinander nicht zu sehr vergleichen. Solange aus medizinischer Sicht mit dir und deinem Ungeborenen alles in Ordnung ist, besteht kein Grund zur Sorge.

Sport und Fitness ab der 20. SSW und im 2. Trimester

Eine Frage, die sich vor allem die Sportbegeisterten unter den Schwangeren stellen: Darf man als werdende Mutter überhaupt Sport treiben? Und wenn ja, welche Sportart ist die beste sowohl für die werdende Mutter als auch für das Ungeborene? Denn schließlich macht das Baby bei allem, was die werdende Mama macht, in ihrem Bauch mit.

Falls du gerne aktiv bist und hoffst, auch in der Schwangerschaft sportlich zu bleiben, dann darfst du aufatmen: Sport ist in der Schwangerschaft erlaubt und nach neuesten Erkenntnissen sogar erwünscht, da sowohl Mutter als auch das Ungeborene davon profitieren. Sportliche Schwangere müssen bis kurz vor der Geburt ihres Kindes nicht vollständig auf ihr Sportprogramm verzichten, wenn sie auf ein paar Regeln achten und der behandelnde Arzt grünes Licht gegeben hat.

Allerdings kommen einige Schwangere im ersten Schwangerschaftsdrittel aufgrund der häufigen Übelkeit oder Müdigkeit gar nicht dazu, Sport zu treiben und bevorzugen daher lieber eine ruhige Zeit im Bett, was durchaus verständlich ist. Prinzipiell ist bis zur 20. SSW intensives Training, wie zum Beispiel Joggen oder Volleyball, erlaubt, dabei werden Mutter und sogar auch das ungeborene Baby gestärkt.

Ab der 20. Schwangerschaftswoche sollte allerdings auf Bauchmuskeltraining oder auf ähnliche Übungen, die die Bauchmuskeln stärken sollen, verzichtet werden, da dies den Bauch zu sehr beansprucht. Alternativ können dann isometrische Übungen, d.h. Muskelanspannungen ohne Bewegung, ausgeführt werden.

Ab dem dritten Schwangerschaftstrimester ist es vielen schwangeren Frauen körperlich nicht mehr möglich, intensive Sportarten zu betreiben, daher sind leichtere Übungen, wie Schwangerschaftsyoga, eine gute Möglichkeit den Körper zu bewegen.

Für Schwangere im dritten Schwangerschaftstrimester und für diejenigen Frauen, die vor der Schwangerschaft nicht sehr sportlich waren und sich nun etwas mehr bewegen wollen, dann sind Sportarten wie Radfahren, Schwimmen, Aquajogging ideal und können teilweise bis in die letzten Schwangerschaftswochen ausgeführt werden.

Normalerweise gibt dir dein Körper Signale, sobald dir etwas nicht guttut, so verhält es sich auch bei Sportübungen. Doch soweit muss es erst gar nicht kommen, wenn du rechtzeitig mit deinem Frauenarzt oder einem Sportfachmann über mögliche Sportarten in der Schwangerschaft redest und dir professionelle Ratschläge einholst, bevor du gesundheitliche Risiken für dich und dein ungeborenes Kind eingehst.

Wenn nichts dagegenspricht, dann kannst du regelmäßig, mit passender Sportkleidung und -ausrüstung, mit entsprechender Vorsicht und in einem angemessenen Zeitpensum Sport treiben. Das hält dann nicht nur dich, sondern auch dein Baby fit – und sogar deinen Partner, wenn er dich bei beim Sport begleitet und dich unterstützt.

Werdende Mütter, die sich bereits vor oder während der Schwangerschaft mit Sport körperlich angestrengt haben, stecken dann übrigens auch die körperliche Anstrengung beim Geburtsvorgang besser weg als Frauen, die vor oder während der Schwangerschaft nicht sportlich unterwegs waren. Ein Grund mehr, nach ausführlicher Absprache mit deinem Arzt und seiner Zustimmung, Sport nicht nur in der 20. SSW zu treiben!

Noch ausführlichere Informationen zum Thema Sport und Ernährung gibt's hier.

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